Erste Begegnung mit dem “Göttlichen

Es mag sein, dass ich in dieser “Verkörperung”, in diesem “Leben” auch schon frühere Erlebnisse hatte, aber die erste Begegnung mit dem “Göttlichen” an die ich mich bewusst erinnern kann, war etwa zu der Zeit, als ich 15 Jahre alt war. Damals interessierte ich mich brennend für Sience-Fiction Romane, insbesondere “Perry Rhodan” und ähnliches. Die älteren Leser mögen sich vielleicht noch daran erinnern ?

Mein damaliger Cousin schenke mir einen seiner “Groschenromane”, ähnlich wie die Perry Rhodan Hefte Geschichten mit Weltraumabenteuern. Dieses Heft stammte allerdings von einem anderem Autor, den ich bis dahin nicht kannte. Das Groschenheft war 60 Seiten “stark”, also noch ganz gut zu lesen für zwischendurch. Es trug den Titel “Wanderer zwischen drei Ewigkeiten”.
Ich begann zu lesen und der Stoff fesselte mich sofort, denn es war die Geschichte eines “Zeitreisenden”, der mit einer Zeitmaschine, nicht ganz freiwillig, in die Vergangenheit und die Zukunft reiste. Daraus ergaben sich einige Verwicklungen, denn seine Erlebnisse in der Vergangenheit hatten Auswirkungen auf Gegenwart und Zukunft. Vor allem, weil er in der “Vergangenheit” eine Liebesbeziehung einging, aus der ein Kind hervorging…

Die sich daraus ergebenden Verwicklungen und Fragestellungen interessierten mich extrem und so las ich den Roman in einem Stück durch. Es ging im Wesentlichen um die Frage, was die Erlebnisse der Vergangenheit mit uns machen, welche Auswirkungen diese wohl auf uns haben würden. (Dies ist übrigens für erwachende Menschen eine extrem wichtige Frage)
Ich geriet nach und nach in einen Zustand, in dem ich weiterlas, aber gleichzeitig auch irgendwie die Geschichte miterlebte und darüber hinaus über die Erlebnisse und Ergebnisse philosophierte. Alles geschah irgendwie gleichzeitig.

So kam ich immer mehr an das Ende des Romans und auch der Autor selbst begann immer mehr ins Philosophische zu gleiten. Der Held des Romans stellte Überlegungen über den Sinn des Lebens an, und versuchte seine Erlebnisse mit der Schöpfung in Einklang zu bringen…

Dann stand der ein Satz kurz vor Schluss der Geschichte, der mir den Atem nahm: “…. und Gott war das NICHTS!”

Ich weiss noch, dass ich völlig überwältigt von diesem einen Halbsatz eine ganze Zeit lang mit mir allein war. Mein menschliches Sein schien sich irgendwie “aufgelöst” zu haben, denn ich spürte mich selbst in einem Zustand, den ich bis dahin nicht kannte. Und ich wusste instinktiv, dass dieser Satz die größte Wahrheit für mich enthielt. Mir schossen die Tränen in die Augen und ich war einfach überwältigt. Ich weiss nicht mehr wie lange ich in diesem Zustand war, aber es muss schon lange gewesen sein….

Dies war für mich der erste bewusste Kontakt zu etwas, was ausserhalb des üblich menschlichen war. Dieses Erlebnis, hervorgerufen durch einen Groschenroman, hat mich für ein größeres Weltbild geöffnet, für das Gefühl, dass da noch mehr ist, als man es üblicherweise sieht, weiss oder fühlt.

Und interessanterweise handelte der Roman auch von den Paradoxon, die auftreten, wenn man die eigene Vergangenheit “beeinflusst”. Heute weiss ich, dass dies möglich ist – und es fließt ganz natürlich in meine Arbeit mit ein.

Herzliche Grüße..

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