Da passiert ja nichts…

Meinen ersten Kontakt mit so etwas wie “Heilenergie” hatte ich im Jahr 1999. Ich war mit meiner Frau zu Besuch bei einer Bekannten. Diese Frau, so stellte sich heraus, hatte schon intensiveren Kontakt zu “Reiki” (damals den 2. Grad) und wir kamen darüber ins Gespräch. Ich weiss noch, dass ich ziemlich fasziniert war vom dem, was sie da erzählte und ich fühlte mich irgendwie an die Geschichten aus der Bibel (mit Jesus) erinnert. Irgend etwas in mir sagt mir danach immer wieder… “das muss du machen…”.

Nach ca. 1/2 Jahr meldete ich mich für zusammen mit meiner Frau zu einen Reiki 1 Kurs an, der im August stattfand. Der Kurs dauerte 2 1/2 Tage. Die Reiki Meisterin erzählte uns zunächst von der Geschichte, wie Reiki entstanden ist, sagte noch ein paar allgemeine Dinge dazu und wollte dann auch gleich mit der ersten Einweihung loslegen…
Aber ich hatte was dagegen. Wie es sich für einen ehemaligen Wissenschaftler und Informatiker gehört, hatte ich erst einmal meine Zweifel: “Nee, nee – ohne mich. Bevor ich nicht weiss, was das überhaupt ist, mach ich da nicht mit. Du kannst mir ja viel erzählen.”
Breit grinsend teilte mir die Reiki-Meisterin mit, ich solle mich doch mal hinlegen. Das tat ich dann auch. Sie bereitete sich kurz vor und hielt dann ihre Hände vielleicht 15 cm über meinen Kopf. Es begann sehr heiß zu werden. Nicht in der unangenehmen Form – angenehm, aber eben heiß. Dann begann sie ihre Hände über meinen Hals zu führen und ich begann sofort zu schlucken. Nahm sie ihre Hände dort wieder weg, hörte das Schlucken auf. Das ging so 3-4 mal. Jedesmal fing ich wieder an zu schlucken. Irgendwie musste ich zugeben, dass da wohl was dran war, denn so etwas hatte ich noch nie gespürt. Ich gab meinen Widerstand auf und die “Einweihungen” konnten losgehen…

Wir waren 4 Teilnehmer, 3 Frauen und ich. Natürlich kam ich als letzter an die Reihe. Da wir unsere Augen die ganze Zeit geschlossen halten sollten, versuchte ich irgend etwas zu hören, was mir natürlich nicht gelang, denn ich hielt brav die Augen geschlossen. Nach vielleicht einer 3/4 Stunde kam ich dann an die Reihe.
Die Reiki-Meisterin fuchtelte irgenwie mit ihren Händen um mich herum, wie ich bemerkte, aber ich konnte natürlich nichts sehen. Dann nahm sie meine Hände und brachte sie vor meinem Brustkorb zusammen. Sie hielt meine Hände fest und pustete dann dagegen. In dem Moment sah ich meine Hände leuchten, trotz geschlossener Augen. Ich war absolut fasziniert, und sämtliche Gedanken zu diesem ganzen Vorgang hörten sofort auf. Ich war “baff”, wie man so schön sagt.

Damit war der erste Tag beendet und wir trafen uns am nächsten Tag wieder. Meine Frau, die ebenfalls mitgemacht hatte, konnte nichts in Bezug auf “leuchtende” Hände oder ähnliches berichten, war aber auch irgendwie davon angetan…
Der zweite Tag verlief mit 2 weiteren “Einweihungen”, bei denen ich hoffte, ebensolche Wirkungen zu erleben, eher gemütlich, aber es kam nichts dergleichen. Auch am dritten Tag verlief die letzte Einweihung entsprechend ohne irgendeine erkennbare Wirkung…
Wir unternahmen einen Ausflug in einen nahegelegenen Park. Dort sollten wir einmal einen Baum spüren. Das taten wir dann auch. Aber der Baum fühlte sich an, wie sich eben ein Baum anfühlt. Holzig mit Kruste. Nichts weiter Besonders.

Wir kamen zu einem anderen Baum, der schon irgendwie “anders” aussah. Unsere Reiki-Meisterin grinste sich schon wieder einen und hieß uns, auch diesen Baum einmal anzufassen und die Hände für eine Zeit dort zu lassen. Das taten wir dann auch.
Nach einer Weile stellten sich bei mir Rückenschmerzen ein, die sich in der Bandscheibe bemerkbar machen, sonst nichts. Aber meine Frau, die neben mir am Baum stand, sagte auf einmal:
“Du, der läßt mich nicht los.”
Ich: “Was heißt das?”
Meine Frau: “Na der läßt mich nicht los. Ich bekomme meine Hände nicht mehr vom Baum weg.”
Ich muss wohl ziemlich blöd geschaut haben, jedenfalls demonstrierte ich ihr, dass das ja wohl Blödsinn ist und nahm meine Hände vom Baum weg. Auch die anderen lösten sich vom Baum, nur meine Frau schien da ihre Schwierigkeiten zu haben. Irgendwann ging es dann doch und sie war deutlich irritiert.

Die Reiki-Meisterin hatte sich das alles interessiert angeschaut und fragte schließlich, was wir erlebt hätten. Die drei Frauen erzählten aufgeregt ihre Erlebnisse. Nur ich konnte nichts dazu beitragen. Das einzige, was ich dazu beitragen konnte war: “Da passiert ja gar nichts”. Die Antwort kam prompt: “Tja, Männer sind einfach zu unsensibel!”
Ich war frustriert und der Rest des Tages war dann auch für mich gelaufen. Insgesamt hatte ich eigentlich so gut wie nichts gespürt, mit Ausnahme der leuchtenden Hände. Während sich die drei Frauen angeregt über ihre Erlebnisse unterhielten, blieb ich mit meinem “Da ist ja nichts” im Hintergrund. Der Abschluss dieser Veranstaltung war für mich eher frustrierend und damit wars das für mich erst einmal, dachte ich…

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